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Donnerstag, 11. Oktober 2012

Tagebucheintrag VI

*Das Tagebuch des Richters rutscht leicht auf dem kleinen Schreibtisch in der Kajüte der STOLZ VON KASRA hin und her. Während das Tagebuch dort dem Wellengang folgt, hängt ein bleicher Richter über der Reeling und lässt sich das Essen mal wieder durch den Kopf gehen. Sichtlich von der Reise mitgenommen, kehrt Kasras richtender Wirt in seine Kajüte zurück, um mit einem Paga den Mund zu spühlen. Da fällt sein Blick auf das Tagebuch und er schreibt kurz darauf nachfolgende Zeilen.*

Tach, Tagebuch!

Wenn eena eene Reise tut, dann kotzt er! Also, zumindest ick. Warum bin ick ooch bloß uff de Reise mitjegangen. Wo ick doch weeß, dat ick Seereisen hasse tue. Da schipperste den janzen Tach üba dit Wassa, und wat siehste? Nüscht aus Wassa, Wassa und nochmals Wassa. Aba wat tut man nisch allet, um die Fischsuppe zu vermarkten, wa?

Apropos Fischsuppe. Nachdem wa vorjestern ja nisch an Land jehen konnten, weil dit Kaff - so'ne Oase - die Rejentin nisch empfangen wollte, war ick ja jestern an Land. Dat tat juut, sage ick dir! *Er denkt einen Moment an das viele Fleisch, das er beim Landgang in Land förmlich in sich reinstopfte und gibt einen Seufzer von sich, ehe seine Feder weiter auf's Papier kritzelt.* Und der Kerl, der uns da willkommen jeheeßen hat, der war so'n richtiga Fischsuppenfan, gloob ick. Er meente, er würde sie sich für 'nen besonderen Anlass uffjeben tun. Ick gloobe, der Teiba hat ihm sogar noch Uffbewahrungstipps jegeben tun. Wie ooch imma: Ick werde noch mal nachhaken, ob die da wirklisch keene Fischsuppe für ihre Wachen jeliefert bekommen wollen. Dabei weeß doch jeder - Fischsuppe macht stark!

*Eine etwas stärkere Welle hebt das Schiff und auch des Richters Magen. Mit Müh' und Not kämpft erfolgreich dafür, dass sein Mageninhalt in ihm bleibt.*

Boah, ick hoffe, wir erreichen bald wieda Land! Dit hält ja keena Mensch aus, hier uff'm Schiff. Und ick kann ja ooch schlecht dem Eldjan dauernd vor die Füsse kotzen. Also, Tagebuch, machet juut und drücke mich die Daumen, dat dit mich bald wieda juut jeht!

Tschüssikowski, Tagebuch!

Mittwoch, 12. September 2012

Tagebucheintrag V

*Der Richter und Wirt - von einigen auch Wirtsrichter oder Richterwirt genannt - kommt nach einem langen Abend in der Herberge, die er als Hobby betreibt, in sein Zimmer. Mehr oder weniger umständlich zieht er seine Hose aus und kratzt sich durch die Unterhose - im Feinripp-Look mit Blümchen - sein Gemächt. Und wie er sich so kratzt, schweift sein Blick durch den Raum und bleibt am Tagebuch haften. Er nickt zu sich, als wolle er sagen 'Ja, schon lange nichts mehr geschrieben', und geht zum Schreibpult, um das Tagebuch aufzuschlagen und folgende Zeilen auf das Pergament zu kritzeln:*

Tach, meen Tagebuch!

Joa, ick habe dir schon lange nisch mehr jeschrieben tun, aba hatte mehr zu tun, als in meiner bisherigen Zeít als Richta von die schöne Stadt Kasra. Naja, so is dit, wenn man een Hobby pflegen tut, wa?

Also, wat is so passiert? Na, da war zuerst der Streit mit dem Kriega Dorian, der doch imma nur uff Kredit saufen wollte. Aba dem hab ick 'nen Strich durch de Rechnung jemacht. Nun zahlt er imma schon brav in bar, wat er jesoffen und jegessen hat. Und da wa der Ex-Rejent - der Teiba. Der wollte nun mal gleich gar nisch zahlen tun. Fasselte wat von "Ehrensold für Ex-Regenten". Aba dem hab ick noch 'nen Riegel vorjeschoben tun. Der zahlt nun ooch imma allet brav und in Bar und bekommt vom mir dafür 'nen Wisch - also 'ne Rechnung. Die kann er dann bei der kleenen Regentin vorlegen tun und bekommt dit Jeld wieda - denke ick ma zumindest.

Apropos Regentin. Die kleene Regentin will so'n Jungspunt von Kriega zum Jefährten nehmen tun. Der heeßt Castellus und is neu in der Stadt. So'n Schönling, weeßte Tagebuch. Aba der kann mit mir ja nisch mithalten tun *Er grinst vor sich hin* Wie ooch imma: Ick soll die beeden zum Fest beliefern tun. Juut, dass die mir dit jetzt ooch schon sagen - zwee Tage vor dem Fest. Mal kieken, ob ick dit schaffe...

Joa, und dann muss ick demnächst zum Sklavenhändla, dem alten Geizkragen Aleks. Der hat 'ne neue Schlampe. Juni oda Juno oder Juna oda so. Ist ja ooch wurscht! Wie ooch imma, die hilft man janz juut in der Herberge aus und die Männa scheinen se ooch janz attraktiv zu finden. Ick hatte se zwar noch nisch in die Felle, aber dit werde ick vorm Koof noch machen, denke ick. *Er kratzt sich kurz am Sack und schreibt dann weiter.* Du weeßt ja, Tagebuck, man will nisch die Katze im Sack koofen tun. Hätte ick den Spruch früha jekannt, hätte ick ma damals ooch nisch uff dit Abenteua mit die Wilma eingelassen tun. Juut, ick hätte mir vielleicht denken können tun, dass die sehr runde Form von der Wilma nisch von die Tonnen von Schleia herrühren kann, aba dit weeß man ja ooch erst, wenn man den ersten Schleia lüftet und keen weitera Schleia kommt mehr zum Vorschein...

So, jetzt gehe ick ins Bett!
Nachti, Tagebuch!

Freitag, 24. August 2012

Tagebucheintrag IV

Tach, Tajebuch!

Joa, ick muss zugeben tun, dat ick dir lange nisch mehr jeschrieben habe. Aba dit lag einfach daran, dass ick dir nisch jefunden habe, Tajebuch! Woher sollte ick ooch wissen, dass de dir hinterm Schreibpult versteckt hattest, wa?

So, wat jibbet neuet von mich? Janz ne Menge! Und zwar bin ick jetze nisch nur Richta, sondern ooch ins Tavernenjeschäft einjestiegen tun. Ick habe nämlich den Feuakrug jepachtet. Die olle Rejentin wollte mir den ja leida nisch verkoofen tun. Aba immahin hat de Stadt nun mir als Pächta.

Joa und da habe ick mir als neua Wirt mal die Bücher anjekiekt. Leida musste ick feststellen, dass manche Leute nisch bezahlt haben, wat uff de Deckel stand - also de Kredite nisch bezahlt ham. Und da habe ick einfach mal durchjegriffen und habe jesacht, dat dit ab sofort keen Anschreiben mehr jeben tun tut. Da is der Dorian, wat eena von de Wachen is, uff de Palme jesprungen, wie der kleene Emir von de Oase, wenn der mal wat bezahlen muss. Wie ooch imma. Ick bin hart jeblieben und alle ham se brav bezahlt. Bis uff dem Dorian. Der wollte nüscht mehr zu saufen ham und hat de Wachen uffjestachelt jegen mir. Aba ick denke, dit legt sich irgendwann. Schließlich is der Feuakrug ja die einzige Taverne von Kasra, wa! *Er grinst beim Schreiben leicht*

So, nun muss ick mal wieder nach dem Schankraum kieken. Letzten Abend brummte dit Jeschäft. Die Bude war voll. Vielleicht kann ick ja bald Kajirae koofen tun. So Pagaschlampen. Dann muss ick ma nisch mehr die Beene plattlatschen tun...

Also, Tajebuch. Bis denne! Und Prost!

*Harold nimmt einen ordentlichen Schluck vom Paga und kritzelt dann noch etwas unter seinem Eintrag in sein Tagebuch.*

PS: Ick bin ma noch nisch sicha, aba ick gloob diesen Tee, den nehm ick noch von der Jetränkekarte. Säuft ja eh keen Kerl so'n Zeug!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Tagebucheintrag III

Da bin ick wieda, liebet Tagebuch!

So langsam haben sich ooch meene Nerven beruhigt, sag' ick dir! Weiba, Weiba, Weiba! Man sollte die alle in eenen Sack tun und druff hauen. Du triffst imma die Richtige, sag' ick dir! Wieso ick so jeladen bin, Tagebuch? Sag' ick  dir gleich! *Er nimmt erstmal einen kräftigen Schluck vom Paga, der neben dem Tagebuch bereit steht. Natürlich rinnt ihm dabei auch Paga an den Mundwinkeln hinunter, was er aber nicht bemerkt*

So, Tagebuch, nun bin ick bereit! *Er setzt den Becher ab* Also, dit war Vorjestern, da ham ma die Weiba fast uff de Palme jetrieben tun. Dabei  ham wa nisch mal so'ne Palme in Kasra. Aba is ja ooch egal. Wie ooch imma, ick wa janz jemütlich in der Taverne, da kam so'ne selbsternannte Wirtin an und mischte sich in meen Jespräch ein. Und als ick dann sachte, dass ick mir unterhalten tu und sie als Weib bezeichnete, da hat se mir erstmal 'nen Vortrag jehalten tun. *Er seufzt vernehmlich* Dit hat ma dann jereicht und ick habe den Becha mit die Paga janz sanft... *Er übertreibt an dieser Stelle maßlos* ...uff'm Tisch abjesetzt. Da hat se mir vorjeworfen, dass ick da wat abjebrochen hätte. Völliger Blödsinn! Dann wollte dieset Weib ooch noch 5 Kupfer für den Becher - als Schadenersatz. Na, Tagebuch, der hab ick aba die Meinung jegeigt, sag' ick dir. Natürlich habe ick dit nisch bezahlt. War ick ja ooch nisch jewesen tun!

Ick also schon uff 180 und uff'n Weg in meen Büro, da komm noch so zwee Weiba an. Juut, die eene war die süsse Kleene, die ma beim Koof von meina Tunika beraten hat tun, aber ejal! Weib bleibt Weib. Und die sind ma dann mit 'ner Anzeije uff die Ketten jegangen. Wollten, dass ick den Gutshofverwalta inhaftiere. Aba dit hab ick nisch jetan. Da haben die sich uffjeregt, sag ick dir! Aba dit ham se für umsonst. Nun müssen se warten, bis ick nächste Woche ((OOC: am Dienstag)) dit Jericht abhalten tue. Und dann werden wa ja sehen, ob der Verwalta schuldisch is, oda nisch. Und wat lern' wa aus all dem? Weiba machen nur Arbeit, ooch wenn se nisch Wilma heißen tun!

In diesem Sinne, Tagebuch, bis bald und bis ick wieda wat zu schreiben habe - also nach der Jerichtsverhandlung! *Er legt die Feder auf die Seite und geht in die Taverne. Paga beruhigt halt jede goreanische Männerseele.*

Donnerstag, 21. Juni 2012

Tagebucheintrag II

Tälchen, meen liebet Tajebuch!

Joa, dit war schon een eschta Erfolg, den ick da verbuchen konnte tun. Aba ick fang mal von vorne, damit de ooch allet weeßt, wa?!

Also, ick hab dir ja jesacht, dat ick ne neue Tunika koofen war und dat da so 'ne jungsche Dame uffkreuzte, die mir beraten hat . Und dann hat se ja jefragt, ob ick se wiedersehen will tun, wat ick zujesacht hatte. Und heute war dit nun soweit!

Ick hab ma also heute - so zur Feia des Tages - mit dem Lappen allet jewaschen, man will ja sauba rüber kommen. Aber wurscht. Ick also hin zum Marktplatz, wo dit jungsche Weib sich treffen wollte. Doch denkste! Keen Weib weit und breit. Naja, weit und breit stimmt ooch nisch so recht. Da war so nen anderet Weib, wat wohl so 'ne Art Freundin von meen Däte ist, und die sachte mir dann, dass meen Däte een paar Minütchen später kommen würde tun.

Also hab ick jewartet und jewartet und jewartet und jewartet. Sachte ick schon, dat ick jewartet habe? Nee? Juut. Also uff juut goreanisch - ick hab ma de Beene in meenen Bauch jestanden tun. Und wie ick da wie so een Ölgötze rumstehe tue, viel mir doch ein, dass ick ja gar keen Jeschenk habe. Also habe ick mal schnell een paar Blümchen besorgt! *Er unterschlägt an dieser Stelle mal, dass er die Blümchen von den Blumengärten der Stadt hat und dass er - ganz Mann - die Blümchen samt Wurzeln pflückte.*

Joa, und kaum hatte ick meene Blümchen, da kam die junge Dame ooch schon anjewatschelt. Und nach 'nem kleenen Plausch, sind wa dann in de Taverne..ähm...also den Feuerkrug. Ick wollte zwar de Lädie uff 'nen Paga einladen tun, aber dit wollte se nisch. Stattdessen hat se mir een Vortrag jehalten tun, dass doch so  een Jesöff namens Tee bessa für mir sei. Aber da habe ick dit jehalten wie mit de Wilma damals - Ohren uff Durchzug und Paga bestellt!

Wie ooch imma. Dit war een vergnüglicher Abend und ick gloobe, dat ick een begehrter Junggeselle bin. Is ja ooch klar: Ick bin keen so'n Hänfling wie de Rarii, sondern een Bild von Kerl, wa Tagebuch! So, mal kieken, wat de Lädie sagen tut, wenn ick se mal wieder sehe.

Tschüssikowski, Tagebuch!

Donnerstag, 7. Juni 2012

Tagebucheintrag I

Tach, liebet Tajebuch!

Ich muss dir jetzt mal schreiben, wat sich jestern so ereignet hat, in die Stadt wo ick der Richta bin! Du weeßt ja, dat meene letzte Tunika irjendwie jeschrumpft ist. Ick gloobe, dat die Kajira die zu heiß jewaschen hat. Warum sonst soll se so kleen jeworden sein, wa? *kratzt sich kurz an seinem dicken Bauch*

Aba wurschtpiepegal, sach ick mal. Also bin ick in die Stadt und da war ja der Teufel los, sach ick dir! Na, jedenfalls hab ick da so'n netten Händla jetroffen, der war ma gleich sympathisch! Dit war een echta Mann. Also, so wie ick eener bin! Na und der hatte jedenfalls Tuniken in Hülle und Fülle. Und dit beste war, dat der ooch noch nen Ka La Na ausjeben hat. Eijentlich waren dit sojar zwee, aber wurscht!

Nun weeßte ja, liebet Tajebuch, dat ick nisch der großartige Modefuzzi bin. Aber wie meen Opa Hans-Georg immer zu sajen pflegte: "Dumm kannste sein, du musst dir nur zu helfen wissen tun!" Und dit habe ick jemacht. Da war so 'ne nette Freie da, die habe ich anjequatscht und dann hat die mir beraten. Zum Glück, sach ick dir! Ick wollte ja eijentlich eene Tunika mit Querstreifen koofen tun, aba da sachte se, dat dit mir nisch steht. Ick wäre wohl der Karomunster- und Längststreifen-Typ sachte se zu mir.

Je sacht, jetan. Hab ick ma halt ne Tunika mit Längststreifen jekooft. Aber der Halsabschneider von Händla wollte doch unverschämte 25 Kupfer für den Fetzen Stoff haben. Aba nisch mit mir! Ick hab den runterjehandelt uff 20 Kupfer und der gab mir noch 'nen paar Pantoffeln mit. Juut, wa? *schaut noch mal auf seine neuen, schicken Pantoffel, die er gerade an den dicken Füssen trägt*

So. Wo war ick? Ach ja. Ick wollte dir noch dit wichtigste verraten tun, liebet Tajebuch! Dit freie Weib fand ma anscheinend so attraktiv, dat ick nun - wie sajen die Leute uff neugoreanisch doch - 'nen Date haben tue. Mal kieken, wat sich so erjebt, wa? Immerhin is die Lädie nisch so fett wie die Wilma…

Mittwoch, 4. Januar 2012

Ein neues Leben

Liebes Tagebuch,

das war eine anstrengende Zeit ..

Ich habe mich sehr beeilt aus Ar zurückzukehren. Meine Einkäufe und Koffer kommen sogar erste zwei Tage später mit dem Schiff an. Inzwischen habe ich summiert doch sehr viele Zeit in dieser herrlichen Stadt verbracht, und dennoch beeindruckt sie mich jeden Tag auf's Neue. Die Zeit hier hat mich reifen lassen ..
Trotzdem bin ich lieber heute als morgen wieder in meiner Heimat.

Das Reisen hatte sich gelohnt, der Schritt in ein neues Leben ist getan.
Die gelbe Kaste in Ar hat mich aufgenommen, ich bin nun in der Kaste der Hausbauer.

Als ich damals die Skizzen für das Badehaus zeichnete, dachte ich noch nicht, wo das ende wird. Ich hatte hat nur eine Vorstellung eines Badehauses.
Der Zufall wollte es dann, dass Gäste aus Ar hier verweilten und sich danach erkundigten, so kam mein Name ins Gespräch und ich erarbeitet mit gelösten Aufgaben und Lerneinheiten den Respekt und Zugang zur Kaste.

Das herrliche Ar hat mich aber auch in andere Hinsicht verändert, mein Ehrgeiz ist geweckt, ich möchte mehr aus meinem Leben machen.
Der Einstand in Kasra war gleich mehr als erfolgreich, ich hätte keinen Tag später ankommen dürfen. Denn ich lernte meine neue Kastenschwester Galtier von einer ganz neuen Seite kennen.

Nach anfänglichem Abtasteten und gezielten Sticheleien fanden wir noch am gleichen Abend, dass uns mehr verbindet als trennt.
Und was DIESE Frau alles drauf hat, ist wahrlich bemerkenswert.
Sie übertrumpfte mich sogar im heiteren Gebührenraten, und das soll was heissen !!



An diesem Abend tagte auch der Rat.. und ich beschloss nun als hohe Kaste meine Sitz wieder aufzunehmen. Nein, ich sah es sogar als meine Pflicht an.
Auch dies lohnte sich, sah ich mich in meiner neuen Aufgabe doch sehr schnell integriert und bereits an zukünftigen Planungen, wie diesen interessanten Weg zu unserem Dorf, zu unserer Landwirtschaft beteiligt.
Besonders dies neue Konzept der Finanzierung gefiel mir.

Nun gut, bei der Gelegenheit verkündige ich auch, dass der 'Feuerkrug' verpachtet wird und bat darum, die bisherige Wohnungszuteilung nun als eine Hausbauerin von Kasra nicht nur weiterführen zu dürfen, sondern auch auf die Zitadelle auszuweiten - was genehmigt wurde.
Da mir schon früher als Ratsmitglied die 'Bauaufsicht und -genehmigung' von Kasra in die Hände fiel, hatte ich nun ganz heimlich mit Lady Galtier zusammen eine mächtige und einflussreiche neue Behörde geschaffen. Ein neues wahrhaft goldenes Zeitalter beginnt.
Ein Büro ist beantragt, einen Palast bauen wir dann später noch ..

Das alles geht aber auch nicht ohne Wehmut an mir vorbei.
Wenn ich hier so stehe und mich umsehe .. drei Jahre waren diese Wände meine Zuhause.
Was habe ich in diesen Zimmern nicht alles erlebt.
Gerne erinnere ich mich an den Emir der Oase, der allein und tapfer spät in der Nacht einen 'Gast' aus unserem privaten Räumen entfernte, der dies für ein Herbergszimmer hielt und seine Ansichten darüber auch nicht in Frage gestellt sehen wollte.
Oder die Nacht nach der ersten Unterzeichnung der Gefährtenschaft ..

Brad wird mir fehlen, er wurde nie wieder der 'Alte' nach seinem Verschwinden.
Wir werden uns weiter auseinanderleben, aber uns hoffentlich niemals fremd werden.
Ich hoffe aber auch, dass es dennoch zukünftig genug unbeschwerte Abende geben wird, bei denen man vor Lachen in Kasra kein Tagebuch schreiben oder lesen kann.

Liebes Tagebuch, ich muss ins Bett.
Morgen muss ich den Bauplan und die einzelnen Kosten für ein neues Haus aufgelistet haben. Dabei hatte ich noch gar keine Zeit, mich in das hiesige Steuerrecht einzulesen. Muss man Bestechungsgeld nun ausweisen oder nicht?
Das Problem hatte ich die letzen Jahre nie .. der Regent bekam mal eine Kiste handgerollter Mettwürste und gut war's.
Was Soran wollte, willst du nicht wissen.

Jedenfalls ist der erste Kunde von von mir recht humorlos, ich sollte mich mehr auf Ar besinnen und meine Arbeit machen.

Gute Nacht !!

P.S.: Ich heisse ganz herzlich neue Co-Authoren willkommen, Cassia, Brad und Nakisa (sie zog mit dem eigenen Blog um) und später mal Terry, hihi.
Aber für sie müsste dieses 'über 18' Dings vor den Blog ..

Dienstag, 6. Dezember 2011

Das große Wagenrennen

Liebes Tagebuch,

da hat er doch aus eigener Tasche unserem Ex-Ubar und Regenten Teibar eine Arena gebaut und gewidmet. Das TEIBARIUM, eine Arena besonderen Ausmaßes wurde gestern vom Regenten eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

In der kommenden Hand (Montag und Dienstag) wird es die Einweihungsrennen geben.
Drei Rennen sind geplant, das erste und einfachste kurz nach der Anreise, die härteren beiden Rennen am darauf folgenden Tag.

Man munkelt, dass vielleicht Frauen am ersten Tag auch die Wagen lenken dürften, aber sicher bin ich mir da nicht.

Entschuldigt die Bilderflut, aber ich habe mich in das Ambiente dort verliebt :-))







So schaut die Anreise in etwa aus. Wir wollen noch Zelte aufstellen für eine Übernachtung, Bewirtung und unsere Heilerinnen werden auch da sein.
Vielleicht kommt auch noch as eine oder andere Haus dazu.
Jedenfalls wird es viel zu sehen und zu erleben geben.










P.S.: Der TP zur Rennbahn ist ab sofort am Hafen von Kasra verfügbar. Die Rezzer für das Gespann sind im Stall im Westen der Arena. Wer also mal üben mag, ist herzlich willkommen.

Und ACHTUNG, auch dort ist RP-Bereich und GM-Pflicht.

Ach ja, alle Bilder haben einen Knick, ist wohl ein Bug im Firestorm, wenn man an der Größe herumspielt.
Aber dafür habe ich entdeckt, dass man auch Layer nun doppelt und dreifach anziehen kann. Ging mit dem Phoenx nicht, oder?

Dienstag, 8. November 2011

Das Wahlverfahren

Liebes Tagebuch,

nun issa ja um, der Krieg ..

Und so trennt sich Teibar tatsächlich bald von seinem Titel 'Ubar von Kasra'.
Vorher muss allerdings ein Regent gewählt werden, weil während der Kriegszeit seine Amtsperiode endete.

Nun schreibt die Verfassung von Kasra vor, dass die Bewerber um diese ehrenvolle Aufgabe, zwei Hand vor der Wahl in einer Ratssitzung oder Versammlung bekanntgegeben werden.
Als 'geballte Faust', ja .. das ist noch nicht vom Tisch .. habe ich mich versucht in die Verfassung einzulesen, ob es nicht doch eine Lücke gibt, wie eine niedere Kaste doch mal die Regentschaft übernehmen könnte.

Also .. wenn unsere Herrlichkeit, Teibar der Eroberer, alleiniger Kandidat ist, dann muss die Bürgerschaft mit einer Dreiviertelmehrheit der Alleinkandidatur zustimmen.
Da die niederen Kasten aber ganz gut repräsentiert sind im Rat, wäre das mit etwas Arbeit der 'geballten Faust' vermutlich zu verhindern gewesen.

Bei Ablehnung der Alleinkandidatur wird der oberster Schriftgelehrte gefragt, ob er denn kandidieren wolle, praktisch einspringen mag. Verneint er dies, so würde tatsächlich die Bewerbung einer niederen Kaste berücksichtigt werden.

Nun, war aber nichts, so hörte ich.
Der olle Schatzmeister wollte nicht nur einspringen, sondern hat sich sogar offiziell um das Regentenamt beworben.

Teibar und Soran stellten noch ihr Wahl-Programm vor und durften moderiert von Teddy zu Themenbereichen befragt werden. Im groben kann man sagen, dass beide das gleiche Ziel haben, aber der Ansatz dies zu erreichen ist wohl etwas unterschiedlich.

Morgen geht diese Befragung weiter, vielleicht höre ich dann mehr davon.

Freitag, 7. Oktober 2011

Krieg ist gut fürs Geschäft ...

Aber nicht für meines.

Liebes Tagebuch,

gestern nun stachen unsere tapferen Krieger in See, Richtung Ruhm und Ehre.
Für mich bleibt nun nur das Warten. Als Verwalterin der Herberge 'Feuerkrug' kann ich nicht viel mehr dazu beitragen, als zu den Priesterkönigen zu beten. Besonders den einen da, den Dings .. Hauptmann mögen sie schützen und in einem Stück zurückbringen.
Mir ist, als flüsterten die Priesterkönige mir zu: "Wir wissen auch, auf welches Stück du es abgesehen hast."

Gegen wen der Krieg denn geht und warum? Ich könnt's dir sagen, aber dann müsste ich dich anschließend zerreisen.
Also nun sind sie fort und ich nutze die Einsamkeit, um Terry den Laden hier mal wieder so richtig sauber machen zu lassen. Mal sehen, wer denn überhaupt noch in der Stadt ist. Mit etwas Glück reicht es ja für die eine oder andere Runde Po'Ka?

Ob ich die Krieger nun vermisse? .. Vermissen werde ich vor allem ihre markigen Sprüche: Der Frieden ist etwas für die Frauen und für die Schwachen. Jedes Reich wird nur geschmiedet in der Schlacht. Oder wie wäre es hiermit, aus einer von Teibars Motivationsreden: Speer wird zerschellen, Schild zersplittern! Ein Blut-Tag, ein Schwert-Tag, ehe die Sonne steigt!

Wenigstens haben sie mir noch etwas zu essen hier gelassen, wobei sie einen Großteil der Fischsuppe mitnahmen. Auf den Tisch kommt heut ein Fisch, so saftig süüüß.
Fischsuppe! Der Grundstein eines jeden nahrhaften Frühstücks!

Aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass sie nun weg sind und noch ein paar meiner Skizzen anfügen.








Dass ich Schiffe mag, fällt kaum auf, oder?

Das war's auch schon für heute.
Und wer alle mehr oder minder originalen Zitate erkennt, gewinnt ein Fischbrötchen.

Samstag, 5. März 2011

Das Urteil

Liebes Tagesbuch,

gestern unterbrach uns die Nacht und ich konnte nicht schildern, was ich dem Regenten für den heutigen Tag ankündigte. Wenn ich nun den Verlauf des zweiten, scheinbar wirren Verhandlungstages, schildere, kann ich beides auf einen Schlag erledigen.

Vorab, uns erreichte ein Bote, dass der Richter sich verspäten würde. Er war mit einigen Wachen auf Reisen um eine Bäuerin zu versklaven und scheiterte bei der geplanten Rückkehr an einer unerwartet eingestürzten Brücke. Eine Wache schickte er vor, sein Verspäten zu verkünden.

Der letzte Satz *sie kichert beim Schreiben* erklärt die Umstände, aber um es mit einer gewissen Schadensfreude zu erklären: Die Wache konnte über den kleinen Fluss schwimmen, der Richter konnte es NICHT.

Wir warteten also solange es ging. Als es nicht mehr ging, und mir auch die Fingernägel zum kauen zu kurz wurden .. einigten wir uns mit der Gegenseite das Verfahren irgendwie ohne Richter zuende zu bringen. Letztendlich war beiden Seiten bewusst, das die Verhandlung schneller um sein würde, als die Wartezeit inzwischen andauerte.

Unser Regent würde in Ermangelung anwesender Alternativen für den Richter einspringen. Mir sollte es Recht sein, wusste er doch inzwischen ungefähr, was auf ihn zukommt. Meine Advocata .. Lady Milla legte dann offiziell ihr Mandat vor ihm nieder, es war abgesprochen zwischen ihr und mir.

Nach dem gestrigen Gespäch mit Teibar hatte ich eine Rede vorbereitet, die ich nun ihm statt dem Richter vortragen musste. Ich bitte den Pathos in der Rede zu verzeihen, aber wenn es um meinen Heimstein und die Stadt Kasra geht war ich immer eher gefühlsbetont als sachlich, dennoch halte ich die Begründungen für auch sachlich überzeugend.


Hohes Gericht .. Bürger von Kasra!

Nach dem ersten Verhandlungstag ist mit einiges klar geworden.

Das Eine ist, dass Recht nicht immer Recht ist, dass es Grauzonen gibt in denen man nicht nach Vorschriften entscheiden kann.
Das Andere ist, dass nicht jede Handlung, die man glaubt im Sinne des Heimsteins auszuführen, damit gleichbedeutend richtig und ehrenhaft ist.

Ich habe den Heimstein von Kasra - UNSEREN Heimstein - wieder zurückgebracht, ja.

ABER

Ich habe dabei gefehlt, denn ich habe weder unseren gewählten Regenten, noch den hohen Rat von Kasra einbezogen.

Beide habe ich in meiner Leichtfertigkeit übergangen.

Leichtfertig, weil ich nicht wusste, ob ich mit unserem Heimstein zurückkehren würde.
Leichtfertig, weil ich mich auf das Wort einer fremden Macht verließ.
Leichtfertig, weil ich nicht die Folgen des möglichen Scheiterns in meine Überlegungen habe einfließen lassen.

Mich für unseren Heimstein zu opfern wäre kaum ein Vergleich zu dem gewesen, was ich den Bürgern der Stadt angetan hätte, wäre ich gescheitert.

Nun .. ich möchte mich nicht mit juristischen Mitteln aus der Verantwortung stehlen, Lady Milla Advokata con Ar, hätte das vermutlich bewerkstellen können. Kaum jemand kennt das Gesetzt besser als sie.

Aber ich bin schuldig, ich habe gefehlt .. und ich hatte nur Glück, dass alles gut ging, dass ich den Handlungen unseres verehrten Regenten, unseren glorreichen Kriegern und dem Rat von Kasra zuvorkommen konnte.

Ich bitte Kasra um Verzeihung, ich bitte unseren Regenten um Verzeihung, ich bitte den Rat um Verzeihung für meine Tat.
Ich werde jegliche Strafe ohne Murren auf mich nehmen, jede Strafe die das Gericht für angemessen hält ..
Ich fordere diese Strafe demütig und völlig freiwillig, damit ich ein Beispiel sein darf für die Zukunft. Ein Exempel dafür, dass man der Administration, unserem Regierungssystem und unsere roten Kaste vertraue sollte.

Ein letzter Satz sei mir bitte erlaubt:

Ich hoffe inständig, dass dies als mein eigener Wunsch aufgefasst wird und sich die beiden Lager in Kasra damit wieder auf das Wohl der Stadt konzentrieren, sich versöhnen, die Macht und Ehre der Stadt mehren mögen und ihren Glanz neu erstahlen lassen.

Ich danke den Priesterkönigen für die Ordnung, die sie uns gegeben haben und allen hier im Saal für ihre Aufmerksamkeit meinen Worten zu folgten.


Die Reaktion überraschte mich dann etwas .. Teibar und Luc, also Regent und Hauptmann standen auf und applaudierten (goreanisch natürlich, als würde es tatsächlich etwas anderes geben). Dass sie sich über das Eingständnis freuen würde, war mir ja klar. Aber das Applaudieren streichelte mein Ego dermaßen, dass nicht viel fehlte und ich hätte mich an Ort und Stelle meiner geliebten Heimat als Sklavin ergeben. Ich suhlte mich ohnehin seit Tagen in meinem Märtyrer-Fantasien.

Aber dann wurde es merkwürdig. Der legitime und akzeptierte Richterersatz Teibar wollte das Urteil nicht selbst sprechen ..

Er bat ausgerechnet meine bis eben noch Verteidigerin Lady Milla, Advocata con Ar, darum ein Urteil zu verkünden, oder besser, das Strafmaß festzulegen.
Mir erschien das merkwürdig, geradezu abstrus. Er begründete den Schritt aber damit, dass sie als Mitglied der blauen Kaste und gelernte Rechtskundige nun ohne Auftrag vollkommen neutral wäre, was er in seiner Aushilfsrolle als Richter nicht wäre.

Was weniger offensichtlich dabei war ist, ich glaube er hatte Lady Milla einen Tag zuvor sogar mit meiner eigenen Empfehlung als Anwalt der Stadt anwerben wollen, sobald dieser Prozess eben vorbei bzw. sie frei von Verpflichtungen sei. Ich empfand das als sehr klug wenn auch risikoreich, konnte er sich doch nun einen zweiten Eindruck über ihre mögliche Einsatzfähigkeit in Kasra machen.

Die Art wie sie mir ab da begegnete lies mich erschauern .. als hätte wir nicht eben noch nebeneinander gesessen und das Bestmögliche für mich erreichen wollen, so war sie mir nun plötzlich vollkommen fremd und verkündete nach kurzer Überlegung kalt das Urteil:

" .. und verurteilen sie zur öffentlichen Auspeitschung. Das Mass sind drei volle Schläge auf den entblösten Rücken, gebunden am Pfahl. Ein Heiler oder eine Heilerin darf erst nach Ablauf von einer Hand die Heilung einleiten."

Das waren die einzigen Worte die mir in Erinnerung blieben.

Freitag, 4. März 2011

Der Regent

Liebes Tagebuch,

es ließ sich nicht vermeiden, ich musste heute unseren Regenten aufsuchen.
Eigentlich erwartete ich einen Teil der roten Kaste dort bei ihm vorzufinden, aber scheinbar waren sie ausserhalb der Stadt unterwegs.
Obgleich Ratsmitglied, so bin ich nur niederer Kaste, also fragte ich nicht nach Details.

Die Atmosphäre war ungewöhnlich entspannt, ich berichtete, was mir aufgetragen wurde .. und irgendwie kamen wir ins Plaudern über das Geschehene.
Im Laufe des Gespräches wurde mir dann einiges klarer - der Regent verleitet in seiner väterlich brummigen Art zum Plaudern - keinen Moment hatte ich das Gefühl seine Feindin zu sein.

*schaut zum Fenster heraus*

Es ist spät geworden Tagebuch, ich werde das später nach der Verhandlung weiter ausführen.

Donnerstag, 3. März 2011

Der erste Tag

Liebes Tagebuch,

nun war es soweit, die Bühne bereitet und auch einige Interessierte fanden sich ein.
Als ich den Gerichtssaal betrat und zu den Rängen aufschaute, entdeckte ich Freunde und Feinde. Einer saß in einer perfekten Position, den ganzen Saal überblickend, und ich fürchtete den ganzen Abend, dass er die Verhandlung aus einem Reflex heraus mit seiner Armbrust ein schnelles Ende bereiten könnte.

Der Richter erschien und stellte die Anwesenheit der beiden Parteien fest.
Auf die Frage, wer mich denn vertreten würde, verwies auf meinen Trumpf neben mir.
Lady Milla Advocata con Ar .., die sich auch noch selbst vorstellte.
Danach war der Tag für mich eigentlich gelaufen.

Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass sowohl die Argumente, als auch der Ansturm und die Vielzahl der Erläuterungen und Einwände meiner Verteidigerin, den Richter überraschten und auch die Gegenseite in leichte Rage versetzten.

Nicht immer war sie dabei diplomatisch, aber wir befanden uns auch nicht in einer Ratsversammlung, sondern in einem Gericht, und meine Zukunft stand auf dem Spiel.
Leicht ermüdet vertagte zur fortgeschrittener Ahn unser Richter die Verhandlung und zog sich in sein Zimmer zurück. Die Anwesenden strömten den den Ausgängen.

Lady Milla nutzte den Moment schnell und versuchte Teibar in einem Zweiergespräch zu einem 'Vergleich' zu bewegen.

Das Ergebnis steht noch aus.

Zusammenfassend kann ich sagen, der Tag ist für mich recht gut verlaufen. Ich war beeindruckt wie meine Verteidigerin bis zuletzt alle Möglichkeiten ausschöpfte und alle Register zog .. sich wandeln konnte, immer wieder neue Wege fand, mich aus der misslichen Lage befreien zu wollen.

Dass sie in ihrem Denken teils zu sehr an ihrer Heimat Ar verhaftet blieb, tut der Sache für mich keinen Abbruch.
In Kasra gibt es ABER nur zwei rechtliche Instanzen, und das ist der oberste Richter und als Berufung der gewählte Regent.

Ein bis zwei weitere unruhige Nächte stehen mir also noch bevor.

Mittwoch, 2. März 2011

Mist

Liebes Tagebuch,

jetzt kann ich mich nicht mehr beim Regenten einschleimen, indem ich ihm freudig meine Stimme gebe. Die Wahl ist wegen der Aufarbeitung der Geschehnisse um eine Hand verschoben worden und meine Verhandlung bereits heute.

Von Hochverrat hat man scheinbar abgesehen, vermutlich fiel auf, dass ich nicht sehr hoch bin und auch niemanden etwas verraten habe?
Vielleicht billigt man mir auch mildernde Umstände zu, weil ich die beiden Steine soweit schleppen musste.

Die Anklage lautet nun nur noch auf Diebstahl und wie mir zu Ohren kam, scheint auch hier wieder die Rote Kaste treibende Kraft zu sein.
Der Richter ist jedenfalls Harold, ein dicker kleiner Mann, der sich nicht die Sandalen binden kann - so wurde mir zumindest erzählt. Verstehen kann man ihn auch nicht, er spricht einen mir sehr fremden Dialekt.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich mit ihm umgehen soll. Gebe ich die keuche freie Frau, wie es so meine Art ist?

*wischt sich dann die Lachtränen weg*

Oder mache ich ihm schöne Augen, auf die Gefahr hin, das er mich versklaven lässt um meiner habhaft zu werden?

Wenn ich Glück im Unglück habe, dann werde ich nackt oder halbnackt dem Gericht zugeführt. Dann verliert er das Interesse, weil ich flach bin wie ein Brett, das würde dann vermutlich 'nur' Auspeitschen als Strafe mit sich ziehen.

Da ich in der Herberge ja auch dann und wann bediene, wird er mir sicher meine Hände lassen, wäre ja doof sonst, oder?
Ich könnte dann auch keine Fischsuppe mehr kochen, und welcher Feinschmecker mit einem Minimum an Verstand könnte das verantworten?

Diebesbrand wäre auch noch eine mögliche Strafe, also sollte ich ihm möglichst oft meine Gesicht zuwenden, damit er sich an der Makellosigkeit erfreuen kann und meine natürliche Schönheit nicht zerstören mag.

Hmm .. aber wenn ich so flach bin, wird er denn dann Gefallen am Peitschen finden? Wenn ich in Ketten am Pfahl hänge wie ein nasses Tuch?
Verstehe einer die Männer ...

Ich könnte ihn vor der Verhandlung versuchen zu bestechen.
Ihm etwas bieten, das er für Geld in Kasra nicht kaufen kann.
Ja, das ist gut .. das mache ich.

Ich werde ihm ein Abendessen versprechen, einen großen Teller mit blutig gegrilltem ..

FLEISCH

Montag, 28. Februar 2011

Hochverrat

Liebes Tagebuch,

die Freude über die Rückkehr des Heimsteins war groß.
Ein Teil von Kasras Bürger feierte lang und ausgelassen, ein anderer weiss vermutlich nicht mal, dass er wieder da ist.

Aber nach einer Feier folgt meist der Verdruss, das Ausnüchtern und zu Besinnung kommen.
Hatte mich unserer Hauptmann, den Heimstein wie ein Baby in seinen Armen wiegend, noch großzügig 'entlassen', so scheinen mich nun einige Bewohner und der Regent lieber heute als morgen auf dem Pfahl sehen zu wollen.

Man tuschelt von Hochverrat und Diebstahl, offizielles war nichts zu hören. Scheinbar will man die heutige Wahl abwarten und mich später entweder gleich oder nach einem Schau(?)prozess auf den Mauern von Kasra nackt pfählen.
Vermutlich hackt man mir vorher noch die Hände ab, wie man es mit Dieben mitunter so tut.

Im Moment bin ich noch auf freien Fuß, darf aber die Stadt nicht verlassen. In wenigen Ahn werde ich dann als Ratsmitglied noch meinen Henker wählen dürfen.

Aber auch wenn das Wiedererlangen unseres Heimsteins den Preis meines Lebens wert ist, ganz so einfach werde ich es denen nicht machen - ich hänge an meinem Leben.
Einen Trumpf habe ich noch und wenn die Priesterkönige mit gewogen bleiben, so wird das nicht mein letzter Eintrag in mein Tagebuch bleiben.