Montag, 21. Januar 2013

Brennendes Thalarionöl

Ich koche. Ich pisse brennendes Thalarionöl. Lava rollt durch meine Adern, und ich speie Feuer mit jedem Atemstoß.

Zwei Weiber haben mich aufs Kreuz gelegt. Namentlich Amira von Turmus mitsamt Verräterin Isa von Wasweißichwas. Mich. Als ich wieder in Kasra ankam, habe ich in der Zitadelle mein Schwert gezogen und einige Inhaftierte und ohnehin zum Tod verurteilte Kriminelle umgelegt, um mich wieder zu beruhigen. Hat aber nicht geklappt.

Ich bekam also das Schreiben von dieser Ost aus Turmus namens Amira. Da sei diese fürchterliche Isa Turmus und ihr im Wege. Sie, Amira, und ich, Luc, teilten ja in alter Verbundenheit einige Geheimnisse. Sie wisse, dass dieser Sleen Isa in Kasra als Verräterin gesucht werde. Die Schlampe sei inzwischen versklavt. Sie wolle mir die übergeben, damit sie ihr a) aus dem Weg sei – und ich könne ja b) damit punkten, die Verräterin in Kasra endlich hinrichten zu lassen. Gewinner-Gewinner-Modell. Nicht schlecht. Geheimer Treffpunkt auf irgendeiner Insel. So weit, so gut – und bei der Gelegenheit, dachte ich, könnte ich Amira noch ein wenig bezirzen, damit sie ihren Gefährten weiter an der Kandarre hält, damit der seine Finger nach wie vor aus Kasra rauslässt.

Was er auch getan hat, seitdem ich in Turmus war und mit dem Gladius gerasselt hatte. Männer, die am Ende vernünftig sind und verstehen, wer der Stärkere ist, gefallen mir eigentlich. Kurzum gab es keinen Grund, anzunehmen, dass bei diesem Geheimtreffen irgendetwas schief laufen würde. Hatte ich mir so gedacht. Aber ich Dummkopf habe wohl die Angst dieser Leute in Turmus unterschätzt, die ich ihnen eingejagt haben muss.

Also komme ich zu diesem Treffen, spucke erstmal der versklavten Isa ins Gesicht und habe eigentlich vor, die direkt an Ort und Stelle umzulegen. Gladius ins Genick. Ein Stich. Saubere Sache. Davor noch ein Schlückchen Kalana, und ich setze mich ziemlich dicht an diese Schlange Amira, weil ich meine Wirkung auf sie kenne. Bisschen schäkern. Allerdings kennt sie wohl auch ihre Wirkung auf mich – und ich kriege überhaupt nicht mit, dass…

Weg. Alles weg dann. Keine Erinnerung mehr.

Irgendwann wache ich auf in diesem Drecksnest. Die Weiber beide fort. Mit Mordskopfschmerzen gehe ich zu den Docks, frage ein wenig rum. Höre etwas von Soldaten mit Wappen auf der Tunika. Lasse mir das beschreiben und denke: Scheiße, das Wappen von Turmus. Und: Leck mich am Arsch, weil mir dämmerte, was da gerade abgelaufen war.

Die Schlampen wollten mich entweder betäuben und von ihren Roten entführen lassen. Irgendwas kam dazwischen. Oder aber, sie haben mir etwas eingeflößt, dass nach meiner Rückkehr in Kasra Admiral Teibar, der Feuchte, als Plapperwasser bezeichnet hat.

Ich weiß, dass es so was geben soll. Und ich habe gerätselt, was ich im schlimmsten Fall ausgeplappert haben könnte. Eigentlich nichts, was deren Spione denen nicht schon zugetragen haben. Dann aber kommt uns ein schrecklicher Gedanke: Ich könnte Dinge erzählt haben, die Sicherheitsaspekte rund um unsere Regentin angeht. Vielleicht, weil Turmus ein Attentat plant. Ich erschaudere. Nun, wir werden uns bei der Grünen Kaste informieren, ob das wirklich ein Plapperwasser war.

Bleibt, dass ich mich zur Rechenschaft ziehen lassen muss dafür, dass ich auf den ältesten Trick aller goreanischen Geheimdienste reingefallen bin. Ich Doofmann. Natürlich ist es wiederum richtig, dass Leute, die mit Gift und Betäubungsmitteln und weiß ich was operieren, niemals die Ehre meines Stahls beflecken können. Erst Recht nicht Weiber. Und ich war lange genug im Geheimdienst für Cos und Kasra tätig, dass ich weiß, mit welchen Methoden da operiert wird. Nichts Neues. Das kann man nur zur Kenntnis nehmen.

Aber. Und das „Aber“ kommt eigentlich immer. Aber zwei Weiber hat dieser Cato geschickt – und hier zeigt sich, wie dieser Schreiber wirklich operiert. Frauen treibt er mit Tränken durch die Gegend und verkriecht sich selbst in seiner Kammer. Wer weiß, mit welchen Substanzen er die Brunnen von Belnend vergiftet hat – kürzlich war ich mit der Regentin dort, und wunderte mich nur und fragte mich, ob man dem stolzen und aufrechten Bo von Belnend das Gehirn aus der Schale genommen und gründlich mit Spülwasser aus Turmus durchgelaugt hat.

Faselte da irgendwelche Sachen von Port Cos und wie wir dazu stehen und Gefahr und Bedrohung und Vosk und Retter von der Delka. Ich hatte zuerst immer noch gedacht, der würde von Cos reden, also einer ernstzunehmenden Gefahr. Nee, Port Cos am Vosk meinte er, und wir sagen: Hä? Ja, scheiß doch auf Port Cos, wo ist denn dieser Fliegenschiss überhaupt, und was soll uns denn der interessieren?

Aber er redet weiter wirres Zeug und Delka und Cato und wunderbar, und ich sage: Bo, mich interessiert nur, dass der seinen Terrorismus aus Kasra raushält, sonst gibt’s auf die Omme, und ihr haltet mal dann den Ball flach so lange. Macht ihr euer Ding, wir unseres. Dennoch: Wir haben wohl weiter in verschiedenen Sprachen über unterschiedliche Dinge geredet. Das kommt halt davon, wenn einem der Brunnen vergiftet wird. Vielleicht muss ich mal ein Geheimtreffen mit seinem Weib klarmachen. In irgendeinem Badehaus, um da ein paar Dinge zurechtzurücken. Mir scheint nämlich, die hat ihn ganz gut im Griff. Und sie hat einen knackigen Hintern.

Was bleibt ist: Mich haben ein Weib, dem ich Demlack vertraute, und eine Verräterin mit Kragen um den Hals belogen, betrogen und ausgeknockt. Da kann man drüber stehen. Muss man aber nicht. Und jeder in Kasra weiß, dass ich ein langes Gedächtnis habe. Man weiß dort auch noch etwas anderes und kennt das geflügelte Wort. Es lautet: Leg’ dich nicht mit dem Hauptmann an.

Luc

Kommentare:

  1. Zischt leise und schlängelt amüsiert davon...

    AntwortenLöschen
  2. grinst mal breit und denkt sich seinen Teil. Uebrigens weiss Cato nichts von vergifteten Brunnen in Belnend. Er sitzt die ganze Zeit unschuldig zuhause und huetet die Kinder.. allerdings ist er gerne bereit nach Kasra zu reisen, um diplomatischerweise ein paar Missverständnisse aus dem Weg zu raeumen, oder ein paar neue zu schaffen - je nach dem..

    AntwortenLöschen
  3. Grinst breit und frech. Den Schlüssel für den Kragen hatte ich übrigends in der Tasche hihi. Und den großen Geheimdienstler Luc aufs Kreutz gelegtzuhaben war mir ein ganz ganz großes vergnügen.
    Übrigends mein Name ist Isabell con Turmus... wieder im Dienst als durchtriebene Diplomatin. Lacht war das einSpaß!

    AntwortenLöschen
  4. Ich hatte ja eine gewisse Ahnung davon, was Luc da droht, und ich bin ja kein Fiesling, der so etwas lang und detailliert geplantes dann ausbremst. Außerdem gab es wirklich IC keine besonderen Gründe, hier Bedenken zu haben.

    AntwortenLöschen
  5. Port Cos am Vosk? *ggggggg* Si tacuisses, Belnend...

    AntwortenLöschen