Montag, 11. März 2013

Der gerechte Kommandant


Als Stadtkommandant hat man in Friedenszeiten ständig mit dem Gesetz zu tun. Ja, gut, manchmal muss man das auch, ehm, flexibel handhaben damit. Kürzlich etwa, da ging es um Belästigungen an Freien Frauen, die die Geschädigten bei den Wachen angezeigt hatten. Immer etwas schwierig, zumal ein Hochkastiger beschuldigt war, und zwar von einer Hochkastigen. 

Da muss man am besten flexibel agieren, und dummerweise waren in der neuen Zitadelle zu Kasra einige Treppenstufen locker, sodass der zur Vernehmung geladene doch tatsächlich vor eine Wand lief und anschließend die Treppe runter fiel. Glücklicherweise vor Zeugen - es wird einem ja schnell mal Wachen-Gewalt nachgesagt, jaja. Gerade gestern noch sagte die Heilerin, als ich nach der gebrochenen Nase des Verunfallten fragte: „Das waren aber mehr Verletzungen von Faustschlägen, die ich hätte anzeigen müssen!“ Tja. So schnell wird man, ehm, naja, wie gesagt, ich hatte ja extra für Zeugen aus der Roten Kaste gesorgt, die das mit der dummen Treppe allesamt bezeugen…

Gestern dann wieder das Gericht: Es gab eine Verhandlung gegen die Schneiderin Leona. Auch das etwas fummelig, hatte doch gerade der Soldat Phleg beschlossen, der einen Gefährtenvertrag anzubieten – und ich muss mich da als Ankläger hinstellen. Schwierig. 

Die Sache verhielt sich so: Die Schneiderin hatte sich als Schwester eines Merlius von Ar ausgegeben, der inzwischen unglücklich im Gefängnis ausgerutscht ist und nicht mehr unter uns weilt. Ja, solche Sachen passieren. Jener Merlius war jedoch in Wahrheit eine Frau in Männerkleidern - und hatte zudem Lady Zenja aus Kasra mitsamt ihres Rollstuhles aus Boshaftigkeit vom Dock gestoßen, was fatale und finale Wirkung auf Zenjas Atemwege hatte. Leona wiederum, die Schneiderin, hatte nach ihrer Darstellung mal einen Gedächtnisverlust erlitten, wonach sich jener Merlius als ihr angeblicher Bruder bei ihr vorstellte – gewiss, um seine Lügengeschichte später in Kasra glaubhafter zu machen mit so einer flankierenden Schwester. Gleichwohl wurde dieser Merlius als Betrügerin und Ketzerin Merle und weißichnochwasalles enttarnt, und die Schneiderin hatte ihm/ihr dabei Beihilfe geleistet, indem sie darauf beharrte: Dat is mein Brudda. Gut, am Ende dann natürlich nicht mehr.

Vor Gericht klärten sich dann einige Dinge, der Richter sah es als einigermaßen glaubhaft an, dass Leona auch ein Opfer war, und als Ankläger musste ich relativieren: Sie hat sich keine Vorteile erschlichen, gleichwohl nach ihrem Gedächtnisverlust naiv geglaubt, was ihr da aufgetischt worden war, und sich dadurch vor den Karren eines Kriminellen spannen lassen – das Urteil: Fünf Silberstücke für den Tempel und kostenlose modistische Dienstleistungen für die Wachen. Mir hatte ja noch eine öffentliche Züchtigung vorgeschwebt, aber… Komm. Egal.

Es war dann auch noch jemand mit einer Botschaft in die Verhandlung rein und sehr schnell wieder raus marschiert. Irgendeiner Drohung gegen den Richter, man werde ihn im Fall einer Verurteilung umlegen. Warum auch immer - der besorgte Blaukastige zeigte mir das Gekritzel, das ich direkt zerknüllte und mit einer achtlosen Geste wegwarf. Ich meine, wenn wir Wachen für jede solcher grimmen Auftritte oder Drohungen, den oder die wir erleben, einen Kupfer bekämen, könnten wir uns alle Landsitze leisten. Der Unbekannte wird nun gesucht, beim nächsten Auftritt aus dem Verkehr gezogen und verschärft befragt werden, und Ruhe ist im Karton - allein Phleg wird sicher darauf drängen und wissen wollen, was das Schauspiel da im Zusammenhang mit seiner Künftigen sollte…

Zuvor hatte diese Töpferkajira mein Gesicht noch mit Gips beschmiert – als Negativform für meine Büste, die Überraschung für die Regentin. Die durchaus geschickte und talentierte Kajira entzückte mich dabei mit dem Hinweis, dass man aus dieser Form nicht nur eine, sondern jede Menge Abbilder von mir zaubern könnte. Gut, meine Erste Cassia schränkte dazu ein, ganz Gor mit Büsten von mir zu pflastern sei vielleicht ein wenig übertrieben. Womit sie recht hatte - gut, dass sie mich immer wieder auf den Boden zurückholt, denn: Die Kosten dafür wären ja nun bei aller Liebe zum goreanischen Volk immens. Dennoch hielt ich das für eine gute Idee, Büsten von mir vielleicht als Schwertkampfpreis auszuloben oder als Geschenkartikel mitzunehmen bei Staatsbesuchen. 

So im kleineren Maßstab, da geht das sicher noch. Gerade in Turmus bin ich ja sehr beliebt, da könnte ich mal eine Kiste hinschicken. Ausgezeichnet!

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Luc sagt:

      Womit der dann wohl wackelt…

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  2. Komm doch nochmal zur Feste der Legion, um sie zu verkloppen :) Try again , fail again, fail better! :DDDD

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    1. Luc sagt:

      Jetzt schickt die Legion schon Frauen vor, um im Süden auf Knien darum zu betteln, dass die Männer Gegner für ihren Stahl finden und nicht weiter auf ihren Polsterliegen verfetten!

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