Freitag, 25. Februar 2011

Heimstein

Wie im 'richtigen' Leben ziehen Handlungen im Rollenspiel Konsequenzen nach sich. So ist der Tod eines Avatar mit Geschichte das Schlimmste, was einem Spieler passieren kann. Wer seine Geschichte auslebt und sich mit der Figur identfiziert, lässt ihn meist wirklich sterben, weil er den Bezug zu ihm verliert.

Der Verlust des Heimsteins bedeutet eine ähnliche Konsequenz, aber im größeren Stil.
Die gesamte Bürgerschaft der Stadt verliert seine Existenz und die Grundlage für das gewünschte Rollenspiel der Stammspieler.

Vor Jahren hatten wir schon einmal eine solche Situation und die Verweigerung einiger das mitzuspielen spaltete die Stadt Kasra bis fast bis zur Aufgabe. Es gab OOC viel böses Blut. Aus vielen Gesprächen mit Anderen auch Unbeteiligten weiss ich nun eins definitiv: Keiner mag so ein RP wirklich!

Ich bin aber noch immer der Meinung, sowas nicht gänzlich ausklammern zu müssen, es ist goreanisch. Der Zustand darf halt nicht einen längeren Zeitraum übersteigen und eine Stadt dadurch lähmen - Moderation ist notwendig und ein Minimum an Absprachen. Jedenfalls haben wir den Zeitraum längst bei Weitem überschritten.

Aus der anfangs spannenden Situation ist eine vergiftete Athmosphäre geworden und man verliert inzwischen die Lust am Spiel. Geplant war sowas nie und ich sehe die gleichen Fehler auch auf unserer Seite, haben wir uns doch nicht wirklich um Kasraticum gekümmert. Im Hinterkopf hatte ich dennoch immer, wenn es wem OOC zuweit geht, findet man Lösungen im Rollenspiel, um es zu bereinigen.

Ich verweise dabei mal auf Luc und sein Schlachtfeld, der als Ergebnis für die Stadt der Verlierer Reparationzahlung und Wiedergutmachen vorsah. Es bleibt eine Niederlage und geht auch so in die Stadtgeschichte ein. Aber es zerstört nicht die Grundlagen zum Weiterspielen. Mit diesen Konsequenzen spielt man auch freier auf und kann Risiken eingehen. Das Rollenspiel sollte schon Spannung beinhalten.

Ein weiterer Punkt ist die Informationspolitik der agierenden Spieler.
Mauli schrieb es zuletzt als Kommentar, sie sei froh, dass sie sich ein Minimum an Aufklärung aus den Blogs ziehen konnte.
Ich hatte mich nach Beginn dieser Episode weitestgehend aus allem herausgehalten, ich wollte Nasty leben wie sie ist, eine Wirtin, die nicht viel von der 'großen Politik' mitbekommt - es einfach mal versuchen.

Warum sollte das Leben nicht auch weitergehen können? Warum sollten wir nicht Gäste haben in der Herberge oder gemeinsame Aktivitäten planen NEBEN dem Strang Rote Hand und Aventicum?
Ich muss nicht wissen, was die Krieger so treiben, solange es später dem Rat dargelegt wird. Gelesen habe ich die Blogs dennoch, entweder aus Spaß an den Geschichten oder aus der Verantwortung heraus, dass es nicht ausufert. Ich könnte vermutlich so weiterleben, WENN da nicht die Sache mit dem Heimstein wäre.

Fazit:

- Es wurde vieles konstruiert, was für andere nicht nachvollziehbar ist.
- Die meisten Spieler wünschen sich klare Informationen und Aufklärung.
- Mehr Einbindung der Unbeteiligten ins laufende Rollenspiel ist notwendig.
- Ohne Heimstein kann eine Stadt nicht leben, ich sehe eine Woche als Maximum.

Kommentare hierzu sind erwünscht, solange sie sachlich bleiben und keine Spieler angreifen.

Kommentare:

  1. Luc sagt:

    Ich bin generell kein Freund vom Heimsteinklau - ich hab solche RPs eigentlich immer als etwas erlebt, das am Ende nervt, weil eben der HS sehr essenziell ist. Ich halte es übrigens auch für goreanischer, eine Stadt mit einer Armee zu unterwerfen, statt sie zu berauben. Habs aber natürlich trotzdem mitgespielt, wenngleich meine Bedenken angemeldet - und es war teils ja auch lustig. Leider sind wir durch Reingrätschen der Roten Hand in eine sehr verfahrene Situation geraten und an einen Punkt gelangt, an dem eigentlich keiner mehr von seinerm Standort abrücken kann – weder wir, noch Aventicum. Das alles dauert inzwischen viel zu lange und lähmt alles weitere. Die eine Woche unterschreibe ich. Es hat sich zumal recht viel in Aventicum abgespielt (bis auf den einen Raid und den Besuch der Delegation), woran unsere Leute natürlich nicht so in der Breite teilhaben konnten, wollten, wie auch immer.

    Als Rote Kaste sind wir ja auch dann dazu übergegangen, irgendwelche Dinge so öffentlich wie möglich zu bereden- ob im Kneipendisput zwischen Teibar und mir oder im Zwiegespräch mit Georg usw... Zumindest so, dass irgendwer etwas mitbekommt, imemr mal ein paar Infos gedroppt werden und jemand nachhaken kann oder den Stand der Dinge weitererzählen…

    Ich denke, das sollte auch in Zukunft bei umfangreicheren Dingen so funktionieren.

    Abgesehen davon informiere ich mich auch in Blogs. Finde ich schmerzfrei.

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  2. Ja, leider ist es so, dass viele Kuschelgoreaner nicht mal einen Konflikt und eine Pattsituation aushalten können. Ob nun der Heimstein da ist oder nicht spielt doch keine Rolle. Wo fehlt er denn? Was kann denn mit dem Heimstein gespielt werden und was nicht? Golf?

    Himmel, ein Heimstein ist zu allererst ein Symbol. Es ist nicht so, dass es keine Fische mehr im Fayeen geben würde. Das ist zu großen Teilen wieder nur getratsche von Spielern die sich nicht ausreichend involviert fühlen. Aber das sind auch Spieler die sich ohne Plott langweilen.

    Irgendwie habe ich nun vernommen, dass die Wirtin sich den Heimstein schnappte und das auf äußerst realistische Art geregelt hat.

    Bravo!

    Vorhang zu, Zugabe ist nicht eingeplant.

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  3. Zu diesem anonymen Kommentar mit pauschalen Angriffen auf andere Spieler enthalte ich mich mal einer Erwiderung. Da war mal wieder jemand groß mit seiner Klappe, aber zu feige, einen Namen darunter zu schreiben. Sollten in meinem Blog zukünftig anonyme Kommentare in diesem Stil auftauchen, werde ich sie löschen.

    Aber zu Nastys Gedanken: Ich habe das meiste dazu bereits in einem Kommentar in meinem Blog geschrieben. Ich habe garnichts dagegen, wenn ein Teil der Spieler über einen überschaubaren Zeitraum ein eigenes Ding durchzieht. Aber in diesem Fall war mir der Zeitraum zu lang. Das ich keine geplanten Plots mag, ist kein Geheimnis, hatte mir aber von diesem sehr wohl ein wenig Abwechslung und Spannung versprochen. Das kam nun nicht so...auch gut.

    Ob eine Stadt nicht länger als eine Woche ohne Heimstein leben kann?....Keine Ahnung. Aber der Verlauf dieses Plots war mir einfach zu lang...und verfolgen konnte ich ihn nur über andere Blogs, vor allem über Charas. In Aventicum war wohl einiges mehr an interessantem Spiel.

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  4. Was Heimstein-Raub prinzipiell angeht, bin ich geteilter Meinung, ich versuche, das mal gegenüber zu stellen und auch mal ein Fazit zu ziehen:

    Was spricht dafür?
    Zunächst mal: Es ist goreanisch! Man muss nicht viele der Bücher gelesen haben um zu verstehen, dass die goreanischen Städte prinzipiell auf Expansion ausgerichtet sind. Expansion bringt der eigenen Stadt Ehre, Macht und Wohlstand und sichert sie gegen das Expansionsbestreben anderer Städte, zudem sichert der Machtbereich der großen Städte auf dem archaischen Gor einen Raum, indem das Schwert das Recht "schafft, etabliert, garantiert, ihm Substanz und Bedeutung gibt" (vgl. Marlenus in "Gor - Die Gegenerde"). Dieser Machtbereich muss auf Gor eben nicht durch direkte militärische Besetzung gesichert werden, sondern -weil der Heimstein eben VIEL MEHR ist als "nur ein Stein"- wird schon durch den Besitz der Heimsteine der unterworfenen Städte gesichert.
    In meinen Augen kann man kein Gor-RP "spielen" und dabei diesen wesentlichen Aspekt der goreanischen Politik unter den Tisch fallen lassen.

    Was spricht dagegen?
    Zunächst mal: Der Heimstein ist VIEL MEHR als bloß der Gründungsstein der Stadt! Er ist ihre Ehre, ihre Identität und ihre Souveränität. Ohne den Heimstein KANN eine Stadt sich nicht selbst regieren, weil es ihr nicht möglich ist, (Handels-)Abkommen zu schließen, Allianzen zu bilden oder bindende Gesetze für die Bürger zu erlassen, denn kein Goreaner respektiert eine Regierung, die sich (auf Dauer) nicht auf ihren Heimstein berufen kann, oder identifiziert sich damit (Nasty hat das schon angerissen).
    Die unterworfene Stadt MUSS deshalb zum Vasallen der anderen Stadt werden.
    Daraus ergeben sich Konsequenzen:
    1.) Für eine Stadt, deren Heimstein geraubt wurde, bedeutet das ein Vakuum im RP, sowohl in der Selbst-Identifikation der Charaktere, als auch in den konkreten Handlungsmöglichkeiten im RP. Diese werden auch durch keine Patt-Situation aufgehoben. Darüber kann man sich OOC dann sehr berechtigt aufregen.
    2.) Die siegreiche Stadt muss ihre Herrschaft über den Vasallen auch ausspielen. Sie muss dieses entstehende Vakuum füllen, indem sie dem Vasallen eine neue Identität und eine neue Regierung gibt und dies auch durch Präsenz zeigt.

    Wie bringt man das jetzt zusammen?
    1.) Wenn man einen Heimsteinraub schon macht, dann muss man es auch richtig ausspielen und zwar nicht nur den Raub selbst, sondern auch die Zeit danach: Eine neue Regierung errichten, Präsenz zeigen durch Krieger, neue Gesetze erlassen, Reparationen verlangen usw. 2.) Da das auch für die siegreiche Stadt einen enormen Aufwand bedeutet, halte ich Nastys Vorschlag mit einer zeitlichen Frist für sehr gut. Eine Woche halte ich auch für angemessen.
    3.) Ein Mindestmaß an OOC-Absprachen ist notwendig, um für alle Beteiligten eine gute RP-Athmosphäre zu gewährleisten.
    4.) Diese OOC-Absprachen müssen durch eine Moderation gewährleistet werden, die halbwegs neutral ist und auf die Einhaltung der Absprachen auf beiden Seiten pocht. Die Moderation muss also als regulierende Instanz wirken zwischen der goreanischen Authentizität einerseits und den OOC-Interessen der Spieler andererseits.
    Hierzu mein Vorschlag:
    Die absolute regulierende Instanz auf Gor sind die Priesterkönige (PK) und ihre Vertreter, die Kaste der Wissenden. Die PK halten die Hausbauer davon ab, so hoch zu bauen, wie sie könnten, halten die grüne Kaste davon ab, frei zu forschen und halten Ubare und ihre Städte davon ab, zu viel Macht zu erlangen. Somit hätte ein Wissender im RP die Autorität, die jeweiligen Anführer (auf Basis der OOC-Absprachen) zur Mäßigung (oder zu mehr Aktivität) zu ermahnen und sich dabei auf den Willen der PK zu berufen. Die Anführer ihrerseits hätten allen Grund, sich daran zu halten, denn es will ja niemand in Flammen aufgehen.
    Es müsste also in der Zukunft mindestens einen Wissenden geben, der im RP mit beiden Seiten in Kontakt steht und dem beide Seiten OOC genug vertrauen, dass er die vorher getroffenen Absprachen durchsetzt.
    So weit mein Vorstoß.

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  5. Ich denke auch, dass es für so einen Plot eine OOC-Spielleitung geben muß. Ob das nun unbedingt ein IC-Wissender sein muß, weiß ich nicht. Das Patt ist ja erst entstanden durch das Eingreifen der Roten Hand. Ob das von den bis dahin Beteiligten geplant war, weiß ich nicht. Auf jeden Fall gebe ich dir recht Dorian, sie haben zwar unseren Heimstein gestohlen, aber dann nichts mehr unternommen in Kasra.
    Ohne das Eingreifen der Roten Hand hätten wir die Besetzung von Aventicum spielen können und dann hätten auch die jetzt nicht Beteiligten Spielmöglichkeiten in Aventicum gehabt. Da hätte dann sehr wohl eine Delegation von Kasra, inklusive z.B. Der Sklavenhändlerin oder des Wirtspaares und den entsprechenden Kajirae nach Aventicum reisen können. Dort hätte man wunderbar den großkotzigen Besatzer raushängen lassen können....das gilt sogar für Kajirae. Ich liebe Zickenkriege zwischen Kajirae :-)

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  6. Plot .. das klingt nach Drehbuch.

    An der ganzen Geschichte war rein garnichts abgesprochen. Alles ergab sich beim ersten Besuch in Aventicum im Rollenspiel und jede weitere Handlung wurde von den individuellen Person ohne jedes OOC weitergefüht. Es gab weder interne noch externe Absprachen.

    Ich fand es erstaunlich, dass es überhaupt solange ohne Stress funktionierte. Vielleicht dauerte es aber genau deshalb zulange.

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  7. Ich möchte noch anmerken, dass der Post hier sich auf Kasra intern bezieht. Es gibt keine Verstimmungen und keine Verdruss mit Aventicum oder der Roten Hand. Besagte Atmosphäre bezog sich auf das Miteinander in unserer Stadt.

    Und 'Reingrätschen' ist ein probates Mittel, wenn man den Ball trifft, wie es hier der Fall war.
    Davon lebt das Rollenspiel und ich denke jeder begrüßt sowas, auch wenn es eigene Pläne über den Haufen wirft.

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  8. Pollux sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle einfach mal mein positives Erstaunen zum Ausdruck bringen das die ganze Sache wirklich so gut wie ohne OOC-Gezanke über die Bühne ging. Ich kann mich nicht erinnern wann ich sowas zuletzt erlebt habe. Dafür danke und ich hoffe es hat trotz der vielleicht internen Querelen ein wenig Spaß gemacht und den einen oder anderen Adrenalinspiegel ansteigen lassen.

    Die enttäuschten Unbeteiligten sollten wissen das sie vermutlich nicht einmal ahnen wie nah sie an einer Beteiligung an der Besetzung einer Stadt entlang geschrammt sind. ;-) Hütet Euch vor Euren Wünschen!

    In diesem Sinne.... nichts für ungut wie ich hoffe, danke fürs Mitspielen und allzeit fette Beute!

    Schönen Gruß!
    Pollux

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  9. Das Wort "Plot" gefällt mir auch nicht, eben weil das nach einer sehr engen Planung, einem Drehbuch klingt... ich möchte meinen Vorschlag mit der Spielleitung (OOC oder eben auch IC) aber auch nicht so verstanden wissen, dass es deren Aufgabe wäre, genaue Absprachen oder gar einen vorher abgesprochenen Handlungsstrang durchzusetzen! Ich finde aber, jedes gute Spiel braucht Spielregeln - einen ungefähren Rahmen, in dem sich die Handlung dann frei entfalten kann. Zu diesem Rahmen zählen Antworten auf die Fragen:
    - Was sind klare "No-Gos" für die Besetzten?
    - Was erwarten die Besetzten und auch die Besatzer mindestens voneinander (an Aktivität vor Ort, an Identifikation usw., vgl mein Komment. oben) um eine gute RP-Athmosphäre zu haben?
    - Wie ist der zeitliche Rahmen und unter welchen Umständen soll die Besatzung abgebrochen bzw. sogar verlängert werden?

    Ich denke, wenn ein solcher (grober) Rahmen ooc abgesprochen wäre und sogar noch IC durch bspw. einen Wissenden abgesichert wäre, könnte sich daraus ein sehr lohnendes RP ergeben.

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  10. So leid es mir tut, aber die Situation war für mich von Anfang bis Ende so irreal, das ich mich letztlich lediglich noch in einer durch Ubar regierten Stadt fühlte.
    IC-Institutionen wie der Rat wurden weitestgehend ebenso ignoriert wie Heimsteinzugehörigkeiten etc.

    Ich habe mehrfach versucht IC darauf einzuwirken, die Reaktionen kann man von freundlicher Ablehnung über totale Ignoranz bis hin zu aggressiver Abweisung werten.

    Somit habe ich die Tatsache, das man mir gerade die Lebensgrundlage entzogen hat schlicht und ergreifend ignoriert, viel mehr kann ich meinen Char leider kaum noch verbiegen. Das ich die Situation dann noch IC meinen Kajirae erklären musste grenzte schon hart an Hirnspagat, entsprechende Schmerzen inklusive.

    Man kann solche Sachen ohne Querelen spielen, indem man sich einfach mal eine Weile selbst zurück nimmt und es laufen lässt, aber selbst OOC passt für mich da nichts zusammen.

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