Sonntag, 27. Februar 2011

Wünsche

Kasra existiert in dieser Form nun gut zweieinhalb Jahre.
Andere Städte kamen und gingen und auch heute werden noch jeden Monat genug neue Landstriche 'endeckt' und wieder 'verwüstet'. Dann und wann stellte ich die Frage, warum nun wieder eine neue Stadt/Dorf, ist die Zersplitterung nicht längst groß genug?

Die Antworten waren oft, wir möchten uns anderen Regeln nicht beugen, wir möchten uns selbst bestimmen. Oder aber, was eigenes war immer unser Traum, wir möchten unseren eigenen Baustil ..
Wirklich neues wird nicht geschaffen, irgendwie gibt es schon alles mehr als genug.
Auch die Regeln haben ihre Grenzen in den Vorlagen der Bücher.

Nun gut, Kasra wird von den Spielern bestimmt, also ist Platz genug für andere Meinungen und Vorstellungen, wenn sich eine Mehrheit dafür findet. Ebenso wie unser Regent alle drei Monate gewählt wird und durch unsere Verfassung weitreichende Befugnisse hat, das Leben in Kasra und mit Kasra zu prägen.

Mir schien es oft, dass man den leichten Weg wählt, eigene Sim .. und ICH sage was richtig ist, schließlich weiss man ja, was goreanisch ist.

Aber ich schweife ab. Es gab auch klare Antworten darauf, warum man nicht in Kasra leben wolle - gute Antworten, die den Spielern hier auch meist selbst bekannt waren.
Da gab es eine Zeit, da waren wir als die Stadt der Frauen bekannt. Oder aber, dass unsere Sklavinnen nur Zicken sind und ihre Besitzer sie nicht im Griff hätten.

Kleine Anmerkung dazu: Sklavinnen werden sehr schnell zu Zicken, wenn sie im Konkurrenzkampf stehen, der Feuerkrug duldete das zum Beispiel, weil es der Rolle Sklavin damals mehr Rollenspiel ermöglichte, als nur das sinnliche Servieren und dann still beisitzen und auf Sex oder Kuscheln warten.

Eine häufige Antwort war auch: Kasra ist langweilig.
Das Leben findet nur in der Herberge statt. Im Feuerkrug waren oder sind wir auch zum Teil mal recht albern. Besonders Brad (Der Wirt) verleitet durch seinen wundervoll gespielten Avatar dazu da mitzumachen. Es wird niemals ooc, bitte nicht falsch verstehen. Am besten kann man das verstehen, wenn man 'Gefährtenschaft auf kasranisch' liest.

Die Herberge war aber auch immer der Ort, wo alle Informationen zusammenfließen, Tanz, Sex und andere Unterhaltung musste nur gewünscht werden.

Jedoch, das allein erfüllt nicht. Das Rollenspiel braucht Spannung, es braucht Gesprächsthemen. Es benötigt Pläne und Atmosphäre, Geschichten, Handlungen und Abwechslung.
Sklavinnen brauchen Herren, Herren brauchen Sklavinnen. Krieger brauchen Krieg, Krieg braucht Krieger.

Und hier komme ich nun endlich auf den Titel der Post zurück:
Jeder Spieler hat seine ureigenen Vorstellungen vom Rollenspiel. Findet man drei die das Gleiche mögen, hat man schon echt Glück.
Mein Wunsch dabei ist eigentlich sehr schlicht: ich würde mich freuen, wenn sich halt die verschiedenen Vorstellungen miteinander vertragen.

Warum sollten wir nicht im Feuerkrug sitzen und Spaß haben, während sich die Krieger zu einer Schlacht in Wasweissichwo einfinden?
Warum sollte das Leben für uns nicht unabhängig weitergehen können? Wir niederen Kasten haben doch theoretisch ohnehin nicht viel damit zu tun.
Die Sklavenausbildung geht weiter, für das Theater kann geprobt werden. Brad (Der Wirt) muss auch weiterhin für Nachschub bei den Getränken sorgen - der erste Händler für Logistik hier und da.

Kehren die Krieger zurück, haben wir Gesprächstoff für viele Abende.
Wenn nicht .. dann auch, aber dringend Handlungsbedarf.
Die Kajirae werden sich zuerst um sie kümmern, der Heiler mögliche Wunden versorgen.
Es wird gefeiert, geklagt oder gelogen werden.
Der Rat wird informiert was vorgefallen ist und was kommen wird.
So stelle ich mir das Leben in einer Stadt vor.

Sollte es noch gelingen, andere unbeteiligte der Stadt logisch mit einzubeziehen in die spannende Seite der Handlung, dann wäre es für mich das Paradis im zweiten Leben. Aber das ist nicht immer einfach.

Dann habe ich noch einen weiteren Wunsch, der viel problematischer ist.
Es gibt die einfache Regel "Rollenspiel beruht auf Gegenseitigkeit".

In Kasra gibt es keine Ex-und-Hopp-Avatare, jeder hat seine lange Geschichte. Bei allem was man miteinander macht, sollte man bedenken, ob diese Handlungen ggf. so schwerwiegende Folgen für Jemanden haben, dass der Avatar womöglich seine Rolle gänzlich aufgeben muss, und das, wegen ein oder zwei Abende Rollenspiel.

Mir ist schon klar, dass das stark einschränkt, aber aus diesem Grund tötet man in der Regel auch nicht ohne dessen Einverständnis. Ansonsten nur wegen unheilbarer Dummheit oder Unbelehrbarkeit.

Jemand wünschte sich kürzlich, Kasra wäre mal besetzt.
Würde das funktionieren?
Teddy auf Knien? Teibar in Ketten? Nasty als Sklavin? Titus im Verlies? Vela nackt am Pfahl? Brad ohne Paga?

Sind die Eroberer in der Lage zu wissen, was sie einem zumuten können?
Spielt man das mit oder geht lieber auf Reisen, um sich nicht zu beschädigen?
Vielleicht sehe ich das alles ja viel zu vorsichtig, aber ich habe das Gefühl, dass man schnell mehr verlieren als gewinnen im zweiten Leben auf Gor.

Über Kommentare würde ich mich diesmal besonders freuen, aber zu BEIDEN Wünschen.

Kommentare:

  1. "Dann und wann stellte ich die Frage, warum nun wieder eine neue Stadt/Dorf, ist die Zersplitterung nicht längst groß genug?"

    Man stelle sich nur einmal vor, die Gründer von Kasra hätten sich vor 2 1/2 Jahren diese Frage selbst gestellt und wären zum Ergebnis gekommen, der Aufwand einer eigenen Sim lohne nicht. Dann ist man von der Antwort auf diese Frage nicht weit weg.

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  2. Giftig ;-)

    Aber leicht zu kontern, denn Kasra gab es bereits Monate vor unserem 'Einzug' dort.
    So gesehen haben wir uns einer Stadt angeschlossen und keine 'eigene' gegründet.

    Dennoch vielen Dank für den Versuch besagten Umstand zu beleuchten.

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  3. "Jemand wünschte sich kürzlich, Kasra wäre mal
    besetzt. Würde das funktionieren?"

    Bei den Priesterkönigen! Wir haben doch gerade erst erlebt, wie die Besetzung einer Stadt NICHT funktioniert und welche unangenehmen Folgen das für das RP haben kann! Da fände ich es sehr falsch, sowas nun wieder heraufzubeschwören. Eine Stadt zu besetzen und dabei noch für möglichst alle eine gute RP-Athmosphäre zu erhalten, bedeutet einen enormen Aufwand (siehe mein Kommentar zu "Heimstein" vom 26.2.). Ich sehe es momentan nicht, dass sich jemand diesen Aufwand macht...

    Den Wunsch, dass sich auch unterschiedlich(st)e RP-Vorstellungen nebeneinander und miteinander vertragen, sollten wir alle teilen. Denn es ist von einer Stadt zu viel verlangt, dass ALLE über alle RP-Stränge IC voll informiert werden und zudem noch ALLE das gleiche RP in gleicherweise spielen. Ganz ehrlich: Das wäre mir auch zu langweilig! Die Stadt und das RP werden doch bereichert durch die unterschiedlichen RP-Auffassungen der Spieler und die z.T. parallelen Handlungsstränge! Erst das macht die Stadt zu einer vielschichtigen Gemeinschaft, in der ich mit Freude meine Freizeit verbringe. Ich bin da ganz bei Nasty: Nur weil Handlungsstränge parallel laufen, schließen sie sich doch nicht aus! Im Gegenteil, sie bereichern sich! Während ich z.B. in der Heimstein-Sache etwas mehr auf dem Laufenden war, hat es mir auch Spaß gemacht, zwischendrin mal über den weiteren Verlauf der Seuche zu rätseln oder meine Kauf-Interessen in Richtung verschiedener Kajirae zu aeroieren... drei völlig unterschiedliche Handlungsstränge, die kaum etwas miteinander zu tun haben und die gerade deshalb die Spiel-Freude steigern.

    Sicher braucht man auch eine gemeinsame Grundlage für RP, aber ich empfehle, sich das Motto "Jeder nach seiner Facon" zu Herzen zu nehmen - damit sind schon andere Städte groß geworden ;-)

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  4. P.S.: War der zweite Wunsch jetzt, dass das RP auf Gegenseitigkeit beruhen soll oder dass Kasra besetzt werden soll? Ersterem stimme ich zu, zweiteres lehne ich ab, würde mich aber in so einem Fall auch nicht durch Reise o.ä. aus der Affaire ziehen.

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  5. Eine Stadt zu besetzen ist vom RP her so schwer und herausfordernd, dass wir es nach reiflicher Überlegung damals nach dem Kassau-Krieg gelassen haben. Es würde so viel OOC-Koordination erfordern, damit nicht innerhalb kürzester Zeit alles in Drama und Chaos versinkt, dass die arme Wurst, der man eben diese Koordination übergeben hätte, hinterher reif für die Klapse wäre. ;)

    Ein längerdauernder gewaltsamer Regierungswechsel mag im ersten Moment sehr interessant zu spielen sein, Herausforderung im RP für die von ganz oben nach ganz unten Gefallenen inclusive (been there, done that :D ), doch wird der Zustand sehr schnell beendet sein, da man in SL allein schon dadurch, dass verschiedene Leute bedingt durch ihre Onlinezeiten nicht immer alles mitbekommen, so etwas fix im Meterkampf stecken hat.

    Sollte einen dennoch nicht davon abhalten, es zu spielen. Immer nur Diplomatie und Gerede saugt und ist nicht Gor. Und das sage ich als der bürokratischste Blaue nördlich des Vosk.

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  6. Luc sagt:

    Nun, die Besetzung einer Stadt muss auch erstmal gelingen :-) Ich weiß, einige haben das als selbstverständlich vorausgesetzt. Das war es anfangs sicher auch, und ein nächtlicher Raid auf die Stadt gelang wie im Halbschlaf. Aber, da man es nun ernsthaft mit Combat zu tun bekommen hat, den es so in Kasra bislang eher nicht gab, hat sich da ja einiges getan. Und wenn der sportliche Ehrgeiz erstmal geweckt ist ;-)

    Für mich wäre es jedenfalls keine Frage, dass sich eine Stadt nicht besetzen lässt – es sei denn mit einer nur für diesen Zweck zusammengewürfelten Combat-Truppe mit Leuten, die Zeit für soetwas haben. Aber auch da würde ich das aus dem Selbstverständnis heraus wirklich nicht lange machen – nee, eigentlich gar nicht. Und zwar deswegen nicht, weil ich den Leuten nicht mein Spiel aufdrücken kann. Und das Spiel: „Ihr unterwerft euch mir jetzt alle mal mit euren Städten für son paar Wochen und lasst euch versklaven, weil ich hab ein paar gute Shooter hinter mir, und wir gewinnen sowieso“ - ja mei. Das isses ja nun nicht. Darauf hat nicht jeder Bock.

    Es ist, wie gesagt, ein Miteinander. Und abgesehen davon würde ich es andersherum auch nicht mitspielen wollen. Warum auch? Weil freiwillig verlieren und sich verhaften lassen goreanisch ist? Nope.

    Wir hatten solche Dinge früher auch schon einmal vor - und haben es genau deswegen dran gegeben. Auch Aventicum hätten wir nicht besetzen können - ganz einfach, weil dann auch viele Spieler bei uns gefehlt hätten. Man kann nach einem Sieg meinethalben eine Stadt unterwerfen und plündern, seinem Reich zuordnen und Tribute fordern. Dann können die Besiegten sich widersetzen, revoltieren, man muss erneut Truppen senden und bla - es ergibt sich somit unter Umständen auch viel Spiel aus einer solchen Sache - und wer sich bei einem Sieg mit anschließender Plünderung usw darauf einlassen mag, verschleppt oder wasweißich zu werden, der mag das ja tun. Man kann es nur nicht für alle und jeden als selbstverständlich voraussetzen...

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  7. Darf ich mal einen ganz anderen Wunsch hier äußern? ;)

    Ich wünsche mir, dass keine Gruppennachrichten nur mit NC und ohne Inhalt ansonsten rumgeschickt werden. Ich muss jetzt echt sooo lange warten bis jemand etwas in den Blog schreibt um zu erfahren wer denn Regent geworden ist. *grummel* Ich schwör ich geh nie wieder für kleines Bodenpersonal, wenn ich am nächsten Morgen nicht nachlesen kann wer gewonnen hat. ;)

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